don giovanni 

konzert theater bern | 2017

 

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"Es gibt viele guten Ideen in diesen Don Giovanni ... Video in der Oper gabs zum Überdruss, aber selten so schlüssig eingesetzt wie hier ... es ist intelligente theatre" DER BUND

 

"Geld regiert die Welt, auch jene im Spielcasino. Scheine werden gewonnen, verloren, in Décolletés gesteckt und gönnerhaft in die Luft geworfen. Für die neuste Berner Version des Frauenhelden Don Giovanni ist Geld ein weiteres Mittel, andere gefügig zu machen. Richtig: In der Inszenierung des südafrikanischen Regisseurs Matthew Wild spielt die Oper von Mozart in Las Vegas. Es ist ein Las Vegas der Achtzigerjahre. Es gibt Videokassetten, Elvis-Doubles, Anzüge in grellen Farben, Glitzerschuhe und Hochzeiten zum Sonderpreis. Don Giovanni ist Besitzer eines Casinos, ein Strippenzieher im eigenen Sündenpfuhl. Sein treuer Diener Leporello ist Chefcroupier. Die dekadente Szenerie wird stimmungsvoll auf die Bühne gebracht (Kostüme: Ingo Krügler; Bühne: Kathrin Frosch). An der Decke thront ein riesiger Spiegel. Darunter dominiert ein runder Spieltisch. ... Ja: Don Giovanni ist ein vergnügungssüchtiger Grössenwahnsinniger, der nur eine Befindlichkeit kennt: seine eigene. Und der es trotzdem immer wieder schafft, dass Menschen ihm folgen, ihm helfen und ihn lieben. Wem jetzt Donald Trump in den Sinn kommt, der liegt nicht falsch. Schliesslich war auch er malgross in einer Spielerstadt: 1990 kaufte er das Casinohotel Taj Mahal und machte es zum prunkvollsten Spieltempel in Atlantic City. «Noch vor zehn Jahren habe ich die Oper anders gesehen», schreibt Regisseur Matthew Wild im Programmheft, «aber ich glaube, dass das Verständnis immer etwas mit dem aktuellen Kontext zu tun hat.»Die Lesart von Wild ist nachvollziehbar und wird in Bern von einem starken Ensemble umgesetzt. " BERNER ZEITUNG

"Der Regie führt Matthew Wild, Regisseur und Direktor der Capetown Opera, der mit seinen Inszenierungen in jüngster zeit national und international auf sich aufmerksam gemacht hat. Nebst dem reizvollen, kreativen Inszenierung von Matthew Wild (Las Vegas in der 80er-Jahren) überzeug vor allen Todd Boyce in der Hauptrolle des Don Giovanni ... Kurz und gut: Ein Don Giovanni den man sich unbedingt zu Gemüten führen sollte. Zweifellos ein Höhepunkt der laufenden Theatersaison" BÜMPLIZWOCHE

"Wir sind irgendwo in den 80ern, in Las Vegas mit seinen Spielcasinos und Shows, in der Glamour-Welt der Reichen und Schönen, zu denen auch Don Giovanni gehört. Er ist Chef eines Casinos, sein Revier ist ein gigantischer Spieltisch, und das durchaus im übertragenen Sinn. Matthew Wild, künstlerischer Leiter der Cape Town Opera, ein in Europa noch wenig profilierter Regisseur, verlegt die Oper, die im Original keinen klar definierten Ort hat, in die verschiedenen Räume eines Spielcasinos, Blitz-Hochzeits-Kapelle inklusive, was zum Beispiel auch erlaubt, die Chordamen allesamt in Brautkleidern auftreten zu lassen. Alles, was hier übersinnlich erscheint, dürfte dem exzessiven Kokain-Konsum Don Giovannis zuzuschreiben sein. Ein gigantischer Spiegel an der Decke im Bühnenbild von Kathrin Frosch schafft zusätzliche Unsicherheit: Das Leben hier ist mehr Schein als Sein, nichts ist wirklich, alles ist Spiel: Willkommen in der Welt von Don Giovanni. Leporello führt kein Liebes-Register seines Dienstherrn, sondern schleppt Kisten mit den Videos der Überwachungskameras mit sich herum. Was ungeahnte Implikationen mit sich bringt, wenn etwa Don Ottavio mitbekommt, dass es zwischen Don Giovanni und Donna Anna eben doch eine heisse Affäre gab, zu der man seine Verlobte nicht nicht wirklich zwingen musste. In solchen Momenten gelingt es dem Regisseur sogar, in die Tiefe der Beziehungsmuster und Emotionen seiner Protagonisten zu blicken.MUSIKUNDTHEATER.CH

"Durch die von Kombination von Zwischenkulisse und Video – also der Verbindung von alten und modernen Theatermitteln – stellen Matthew Wild und Kathrin Frosch die Handlung in einen Rahmen, der aufregender, vielschichtiger und sinnvoller nicht sein könnte ... Und da kulminiert die reiche Inszenierung, die im ganzen Spielverlauf schon so viel Neues und Richtiges brachte, dass es eine einfache journalistische Analyse gar nicht zu fassen vermag – jetzt also kulminiert Matthew Wilds Inszenierung in einem berührenden Akt gelebter Humanität." STIMME-DER-KRITIK