la bohème  

konzert theatre bern | 2018

cape town opera | 2020

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"2019 wird das Regietheater fünfzig Jahre alt. Und jetzt kommt aus Südafrika ein junger Mann und zeigt, dass es damit noch nicht zuende ist. Mit Intelligenz, Sensibilität und Erfindungskraft gibt er der alten Masch(in)e neue Flügel. Nun hebt sie wieder ab und führt uns bei den konventionellen Spielplanklassikern zu unerwarteten Schönheiten. Am Ende verlassen wir Matthew Wilds Berner Inszenierung der "Bohème" - wie nach allen grossen Theaterereignissen - aufgewühlt und bereichert in einem ... Tiefer hat noch niemand auf der Bühne über die "Bohème" und das Wesen der Oper nachgedacht. Aus dieser Tiefe kommt auch die immense, wortlose Trauer, die die ganze Aufführung grundiert. Während die jungen Leute sich in Liebesarien verströmen, gleitet im Hintergrund eine müde, kranke, alte Gestalt im Rollstuhl vorbei: Es ist der greise Marcello. Am Tag, wo seine Retrospektive in einem Museum of Modern Art eröffnet wird, kehren seine Gedanken in die Entstehungszeit der Werke zurück und beschäftigen sich mit dem Problem des falschen Lebens." STIMME DER KRITIK

"Der südafrikanische Regisseur Matthew Wild übersetzt im Stadttheater Bern Giacomo Puccinis «La Bohème» in die Sechzigerjahre ... So viel vorweg: Die Premiere wird zum Riesenerfolg ... Vieles in Wilds Inszenierung klingt nach. Neben den grossartigen Duetten und Ensembles bleiben auch szenische Details in Erinnerung ... Matthew Wilds Modernisierung entstellt das Original nicht, sondern legt tiefere Schichten frei. Dadurch wird die Imagination befreit. Das muss man können. Wild hat viel gewagt und viel gewonnen." DER BUND

"Was kommt nach dem letzten Akt? Man fragt sich ja manchmal, was aus den Protagonisten wird, wenn die Handlung zu Ende erzählt ist. Werden sie alt? Sterben sie früh? Bleiben sie glücklich, einsam, böse oder langweilig? Im Fall von Maler Marcello aus Puccinis Oper «La bohème» bekommt Bern nun eine mögliche Antwort: Er wird alt. Und erfolgreich ... Das Regieteam setzt seine Deutung mit spannenden Kniffs und beeindruckender Konsequenz und Klarheit um, ohne je zu vergessen, wer hier eigentlich im Zentrum steht: Puccini und seine Musik. Die sinnliche Emotionalität, die schwelgerische Eleganz, die klare Figurenzeichnung." BERNER ZEITUNG

 

"Das Konzept der Inszenierung funktioniert hervorragend und ist handwerklich perfekt umgesetzt, was kleine Details wie das Herz, das mit dem Eintrudeln der Gäste der Vernissage zu schlagen beginnt, die Konservendose aus Schaunard‘s Einkäufen oder der zu Konfetti gewordene Schnee aus dem zweiten Bild zeigen. So wie Paris die Kulturhauptstadt des 19. Jahrhunderts war, kann New York diesen Titel für das 20. Jahrhundert beanspruchen. Wild inszeniert eng am Text und setzt jede Szene stimmig um. Geradezu beeindruckend gelingt es ihm, den Umgang der Jugend mit dem Alter zu zeigen ... Ein neuer Blick auf ein „altbekanntes“ Werk handwerklich hervorragend umgesetzt. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall" ONLINE MERKER

 

"Der südafrikanische Regisseur hat für seine Arbeit in Bern einen interessanten Ansatz gewählt: Die gesamte Handlung wird als Rückerinnerung des alten, an der Schwelle des Todes stehenden Marcello dargestellt. Dieser ist inzwischen ein berühmter Künstler geworden. Vorbereitungen für die Eröffnung der Retrospektive über sein künstlerisches Werk sind in vollem Gange. Marcello im Rollstuhl betritt mit seiner Frau Musetta und seinem Enkelsohn die Galerie. Angeregt von all seinen Kunstwerken setzt die Rückblende auf sein Leben in der Pariser Bohème ein. Diese Erinnerungen folgen genau dem Libretto und der Musik Puccinis. Mathew Wilds Regie sprüht vor Lebenslust. Seine Figuren auf der Bühne lassen keine Langeweile aufkommen, seine Personenführung ist zwingend, erlaubt aber seinen ProtagonistInnen genügend Bewegungsspielraum ... Das zahlreich erschienene Premierenpublikum belohnte die Arbeit des gesamten Teams mit langanhal-tendem Applaus." DER OPERNFREUND

"Die erschütternde Neuinszenierung von Giacomo Puccinis La Bohème, die am Samstag am Konzert-Theater Bern Premiere hatte, trägt die Handschrift des Regisseurs Matthew Wild. Wie schon letztes Jahr in Mozarts Don Giovanni hat der Südafrikaner auch diesmal Hand am Stück angelegt: Die Geschichte rund um die jungen armen Bohémiens Rodolfo, Marcello, Schaunard und Colline, die allem Elend zum Trotz die Kunst und das Leben feiern, wird in eine kleine Rahmenhandlung – Marcellos Vernissage – verlegt und rückblickend aus der Perspektive des greisen Künstlers erzählt. Der Wechsel zwischen heute und damals erfolgt in starken Kontrasten ... Die Zusammenarbeit der Berner mit dem jungen Südafrikaner wird mehr und mehr zu einer Erfolgsgeschichte." BASLER ZEITUNG

" ... the director offer(s) insights into aspects of La Bohème that are often overlooked in the raptures inspired by its music, insights that enrich one’s understanding of the narrative and its ironies. Chief of these is the anti-heroic nature of the protagonists, who with the exception of the heroine Mimi behave with the unedifying heedlessness of youth in their selfish pursuit of pleasure and career, indifferent to suffering until forced to confront the reality of death ... Another merit of this approach is its ability to neutralise, through its uncompromising clarity of vision, the tendency towards syrupy sentiment attendant on many a 19th century masterpiece: the contrast between the sweetness of melodies and bitterness of characterisation is piquant ... Introducing veteran vocalists Brad Liebl and Aviva Pelham to impersonate a Marcello and Musetta subdued by age, is another instance of Wild’s ingenuity in staging this La Bohème. Wheelchair-bound and succumbing to the fantasies of dementia, the aged Marcello becomes a metaphor of mortality, human as well as artistic. Pelham and Liebl provide an anchor to the production and give it structure." WEEKEND SPECIAL